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alters- und pflegeheim AMDEN

Projektwettbewerb

Ersatzneubau Alters- und Pflegeheim, Amden

2017

Bauherr

Gemeinde Amden

 

Architekt

Frei & Ehrensperger Architekten, Zürich

Mitarbeit: Stavroula Tsafou

Visualisierung

Frei & Ehrensperger Architekten, Zürich

N

Ausblick – nomen est omen

 

Der Name ist Programm. Der Ort lebt von seinem spektakulären Ausblick in die heimische Bergwelt, über den Walensee, aber auch zurück auf die Heimat, auf Amden. Praktisch alle Bauten stehen deshalb als Solitärvolumen giebelständig, von der Aussicht profitierend im Hang. Auch der Neubau für eine spezielle öffentliche Nutzung wird infolge seiner isolierten Lage ein Solitärbau an einem steil abfallenden Hang bleiben. Ein Ort, welcher eigentlich nach einem kleinen Fussabdruck schreit. Das verlangte Raumprogramm sprengt jedoch die ortsübliche Massstäblichkeit. Dem gegenüber steht eine Bauordnung, die nicht für einen solchen Spezialfall ausgelegt ist, sondern die Gemeinschaft des Dorfes regulieren soll. Die Gebäudehöhe wird begrenzt, das Neubauvolumen müsste deshalb ausgewalzt werden, was aber eigentlich den Gegebenheiten der Topografie und der speziellen Nutzung widerspricht.

 

Wir entscheiden uns für ein längliches, der natürlichen Hangtopografie folgenden, geschichtetes Gebäude. Die Wahl dieses Konzeptes ist nicht nur topografisch überzeugend, sondern vor allem auch betrieblich. Die gewünschten Aussenflächen sind gross, können aber selbstverständlich in das gewählte Konzept integriert werden, ohne dass der Hang vergewaltigt werden muss. Ein natürliches Fliessen der Hangterrassierung.

 

Ein geschichtetes Haus - ein Haus mit Geschichte

Der längliche Solitärbau soll nicht als glatter, homogener Körper aus dem Boden wachsen, er soll auf einem massiven Sockel aufgeschichtet werden. Jedes Geschoss ist klar ablesbar. Konstruktion und architektonische Absicht verschmelzen zu einem massstäblichen Gebäude. Die geschossweise Auskragung ermöglicht einen optimalen Witterungsschutz der zwischen die Geschosse geklemmten Holzkonstruktion. Wo notwendig weitet sich die Auskragung zu einem schützenden Vordach (z.B. vor der Caféteria) oder wächst daraus eine Terrasse. Die geschossweise Schichtung entspricht dem Konzept der Nutzungsverteilung. 

 

Dem Prinzip der Schichtung gehorchend, werden die einzelnen Geschosse in sich ebenfalls bandartig geschichtet. Die in den Baukörper eingelassenen Balkone verbinden sich mit den Fensterpartien, die horizontale Lattung soll sich in Material und Ausdruck an der Haptik der Nachbarbauten orientieren.

Die Holzfassade wird konstruktiv geschützt, soll aber auch durch eine entsprechende Behandlung nach einigen Jahren die Patina der sie umgebenden Bauten annehmen können. Das heisst, das Haus wird wie die in der Wiese stehenden Stadel grau nachdunkeln und damit nicht als helles Gebäude aus seinem Hintergrund herausstechen.

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