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LANGRÜTI EINSIEDELN

Erweiterung Alters- und Pflegeheim Langrüti, Einsiedeln

2014

Bauherr

Baukommission Alters- und Pflegeheim Langrüti, Einsiedeln

 

Architekt

Frei & Ehrensperger Architekten, Zürich

Projektleitung: Mira Heiser

 

Bauleitung

Frei & Ehrensperger Architekten, Zürich

Steinegger Baurealisation GmbH, Einsiedeln  

 

Fachplaner

Landschaftsarchitektur: Andreas Geser, Zürich

Bauingenieur: HTB Ingenieure + Planer AG, Pfäffikon

HLS-Planung: GF Energietechnik, Brunnen

Elektroplanung: FlexoTec GmbH, Gross

Bauphysik: Bakus Bauphysik & Akustik GmbH, Zürich

 

Möblierung: Abitare Martin Hürlimann AG, Chur

Beschriftung: Strickler Reklame AG, Zürich

 

Kenndaten

Grundstücksfläche: 3’345 m2    

Geschossfläche: 2’244 m2

Umbauter Raum SIA: 6’814 m3 (SIA 416)

Baukosten: 7.9 Mio. CHF    

Nutzung: 23 Alterspflegezimmer

 

Wettbewerb

2011, 1.Preis

 

Planung und Fertigstellung

2011 - 2014

Fotos

Mira Heiser, Chen Qing

Samsara – der Kreislauf des Lebens

Die Philosophie, das Leben als immer wiederkehrenden Kreislauf zu begreifen, prägt die Grundhaltung dieses Entwurfes. Der Erweiterungsbau fügt sich als organische Form geschmeidig an den bestehenden Altbau an. Mehrfach gebogen wendet sich der Erweiterungsbau wieder zurück an den Altbau und lässt Platz für einen zentralen Hofbereich frei. Die Organisation um einen zentralen Hof ermöglicht die optimale Ausrichtung sämtlicher Zimmer, bietet aber gleichzeitig die Möglichkeit, das Nutzungsangebot im Alt- und Neubau in Kreisläufen zu organisieren. Die Faltung des neuen Gebäudekörpers findet ihre Entsprechung in der ebenfalls gefalteten Dachform. Die Silhouette des Erweiterungsbaues steigt leicht an, um zu fallen und wieder zu steigen. Damit ist der Erweiterungsbau als architektonisch eigenständiger Bau vor der Geradlinigkeit des Altbaues deutlich lesbar und tritt mit diesem in einen verspielten Dialog.

 

Kreisläufe

Organisatorisch ist der Erweiterungsbau so an den bestehenden Bau gefügt, dass verschiedene Kreisläufe mit unterschiedlichen Erlebnisqualitäten möglich sind: Wohngruppe für desorientierte Menschen: Die ebenerdig angeordnete Wohngruppe ist als geschlossener Kreislauf um den zentralen Hof konzipiert. Der Erschliessungsbereich ist kein Korridor sondern eine Abfolge von ineinander fliessenden Räumen mit unterschiedlichsten Raumproportionen und Raumatmosphären. Es gibt Raumzonen mit einer eher kontemplativen Atmosphäre in den Innenhof, es gibt Raumzonen nach Süden mit Blick in die Weite der Landschaft (akustisch von der offenen Bewegungszone abtrennbar). Die Gebäudestruktur im Altbau ist für den Einbau von Zimmern nicht geeignet (Geschosshöhe, tragende Wände etc.), deshalb werden im Altbau die zudienenden Räume (Stationszimmer, Team, Pflegebad) in der Nähe des Liftes und der Lager untergebracht. Der Innenhof dient als unverwechselbares Identifikationsmerkmal. Der äussere Rundgang führt in den Garten, wo der Weg um das Haus herum und wieder in das Haus hinein führt.   

Auch die Erweiterung der Pflegeabteilung (12 Pflegezimmer) im Erdgeschoss lässt sich als Kreislauf organisieren und auf diese Weise selbstverständlich in den Ablauf der bestehenden Pflegeabteilung integrieren. 

 

Der Wohnbereich der Zimmer ist nahezu quadratisch und damit ungerichtet. Diese Geometrie garantiert vielfältige Möblierungsmöglichkeiten für Einer-, aber auch Doppelzimmer. Bei Bedarf (für Ehepaare oder bei der Einrichtung von Pflegeeinheiten) können einzelne oder mehrere Zimmer mittels einer internen Verbindungstüre oder durch Weglassen der raumtrennenden aber nichttragenden Gipsständerwand zu Pflegeeinheiten oder Wohngruppen zusammengeschlossen werden. Diese Möglichkeit besteht zwischen allen Zimmern, ist ohne grossen Aufwand reversibel und erhöht die Flexibilität für zukünftige Nutzungen erheblich.

 

Die horizontalen Bandfenster wirken als grosszügiges Panoramabild von Wand zu Wand. Damit kann den Zimmern ihre Enge genommen werden und eine optische Verankerung in die heimische Landschaft angeboten werden. Mittels eines Vorhanges kann dieses Bild bei Bedarf verkleinert werden und der Charakter des Zimmers eine introvertiertere Atmosphäre annehmen. Je nach individueller Befindlichkeit.

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