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musÉE D'ETHNOGRAPHIE GENF

Projektwettbewerb

Musée d'Ethnographie, Genf

1997

mit Max Ehrensperger

Bauherr

Stadt Genf

Baukosten: ca. 60 Mio. CHF
Gebäudeinhalt nach SIA: 22'600 m3

Eine bespielbare Bühne

 

Die Stadt Genf wünscht für ihr neues Ethnographisches Museum ein Ambiente, in welchem sich verschiedene Kulturen darstellen können. Die Idee eines bespielbaren Theaters verdrängt die Vorstellungen eines traditionellen Museums. Ein Ort der Unterschiedliches verbinden soll. Das Ausstellungskonzept ist vage. Es sind hauptsächlich Wechselausstellungen unterschiedlicher Grösse geplant, welche durch Happenings begleitet werden sollen.

 

Der Entwurf thematisiert die Problematik der Flexibilität. Es wird ein konstruktives Raumgitter entwickelt, welches mit Inhalten gefüllt werden kann. Das Raumgitter verhält sich als Struktur neutral, ungerichtet. Es ist nicht trennend, sondern tragend. Je nach Anlass können unterschiedliche trennende Elemente eingefügt werden (Böden und Wände). Die Raumkonfiguration kann so flexibel den jeweiligen Bedürfnissen angepasst werden. Als geistiges Vorbild dient der traditionelle japanische Holzbau: Ein auf einem exakten Grundmodul (dem kiwari oder tatami) aufgebautes Gebäude, welches individuell ausgefacht und damit völlig unterschiedlichen Nutzungsanforderungen gerecht werden kann. Im vorliegenden Fall wäre es denkbar, das primäre Raumgitter in Stahl oder Stahlbeton auszuführen. Die ausfachenden Elemente könnten in vorfabrizierter Holzbauweise erfolgen. Je nach Ausstellungskonzept könnten unterschiedliche Raumkompositionen erstellt werden.

Damit verhält sich das Gebaute nicht als Kulisse der zukünftigen Ausstellungen, sondern dient ihnen als Bühne. Die das Raumgitter verhüllende Fassade ist aus beweglichen Lamellen komponiert. Die Räume können vollständig introvertiert, geschlossen oder aber auch geöffnet werden. Das Gebäude wird also aus seiner Fragestellung heraus von innen nach aussen entwickelt. So wird nicht das Gebäude zum architektonischen Bild stilisiert, sondern die Ausstellungen werden das Bild unterschiedlich prägen.

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