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neuhaus zürich höngg

​Neubau Wohnsiedlung Neuhaus, Zürich-Höngg

2001

 

Bauherr

Erbengemeinschaft Gugolz

 

Architekt / Totalunternehmer

Frei & Ehrensperger Architekten, Zürich

Mitarbeit: Sophia Berdelis, Tanja Lütolf, Monica Caramella

 

Bauleitung

Frei & Ehrensperger Architekten, Zürich

GMS Partner AG, Zürich

 

Fachplaner

Bauingenieur: Heyer Kaufmann Partner AG, Zürich

HLS-Planung: 3-Plan Haustechnik AG, Winterthur

Elektroplanung: Thomas Lüem Partner AG, Baar

Bauphysik: Bakus Bauphysik & Akustik GmbH, Zürich

Geologe: Dr. Heinrich Jäckli AG, Zürich

 

Kenndaten    

Baukosten: 11.5 Mio. CHF    

 

Planung und Fertigstellung

1998 - 2001

Fotos

Bruno Klomfar

Text René Furer

Wohnwert im Riedhof

Es handelt sich um Zweispänner in Hanglage. Was bei Richard Döcker in Stuttgart vor 75 Jahren Terrassentyp hiess, wurde damals in der Schweiz öfters in Davos gebaut, als bei Zürich im vorstädtischen Höngg. Der Südhang bringt die Ausrichtung auf das Limmattal, und das gehört in seiner Widerspruchlosigkeit mit zur Dutzendware, die beim Wohnungsbau immer wieder bearbeitet wird. Auch der Kontrast in der Gebäudehülle nach der Sonnen- und Schattenseite ist zunächst nicht mehr als eine Folgerichtigkeit. Die zusätzliche Leistung, die hier den Mehrwert und die Bewunderung ausmachen, kommt von etwas weiter her: Sie hat mit den bildnerischen Mitteln zu tun, mit denen die Aufgabe bewältigt wurde.

 

Eine innere Weite

Der Wohnungsbau hat das Merkmal der Kleinteiligkeit. Feinkörner von 7 m2 für die Nassräume, mittlere Körner von 16 m2 für die Zimmer, sowie einem Grobkorn von 28 m2 für den familialen Wohnraum fügen sich jeweils zu einer Wohnung. Die übergeordnete Einteilung der Geschosse mit Wohnungen wird dann mit Flächen um die 110 m2 vollzogen. In Höngg sind die Architekten angetreten, und sie haben mit dem Erhalt der inneren Weite einen zusätzlichen Wohnwert geschaffen. Bei der Besichtigung wird diese Dreingabe augenfällig. Kein Zimmer ist nur für sich allein da, sondern auch mitwirkend am ganzheitlichen Erlebnis der Wohnung beteiligt. Hinter dem bergseitigen Band der Nebenräume spielt der Flur dafür als Vermittler die Hauptrolle. Er löst den wohltuenden Eindruck der inneren Offenheit aus. Das wird von der Lichtfülle, zu der auch die verglasten Zimmertüren beitragen, unterstützt. Dieser Binnenraum ist mehrfach nutzbar. Er ist zuerst der Wohnungseingang mit den Eigenschaften von einem Entrée. Auf die Willkommensgeste folgt dann der Durchgang zum Wohnraum. Dank seiner Grösse kann er neben der Fortbewegung auch dem Aufenthalt dienen. Mit seiner Sichtverbindung zum Wohnraum werden ihn die Kinder als ihren Spielbereich entdecken und ihn sich dafür aneignen. 

Mit dem durchlaufenden Balkon wurde durchgesetzt, das Werk auf seiner Gartenseite ebenfalls mit der grössten Abmessung zur Geltung zu bringen. Hier gibt es das enge Zusammenwirken der Wohnräume mit der davorliegenden Terrasse. Wie der Flur wirkt auch sie mit ihrer Zwischenlage in mehrfacher Hinsicht vermittelnd. Frontal geht das aus der Wohnung über den weiten Gartenraum zur noch weiteren Sicht ins Tal und der Ausrichtung auf die Sonne. Lateral also quer dazu, verbindet die Terrasse die Zimmer und ihre Bewohner unter sich auf dem zweiten Weg, der aussen rum führt.

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