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Schulhaus Borrweg

Projektwettbewerb

Ersatzneubau Schulanlage Borrweg, Zürich - Wiedikon

2019

Bauherr

Stadt Zürich

Generalplanerteam

Architekt: Frei & Ehrensperger Architekten, Zürich

Mitarbeit: Morgane Roch

Holzbauingenieur: Makiol Wiederkehr AG, Beinwil am See

Landschaftsarchitekt: Gohl Landschaftsarchitektur GmbH, Basel

Ist es in einer 2000 Watt Gesellschaft nicht auch nachhaltig, nicht nur möglichst wenig (resp. keine) nicht erneuerbare Energie zu verbrauchen, aber vor allem, Menschen zur Überzeugung zu verhelfen, sorgfältig mit der Ware Landschaft (Friedrich Archleitner) umzugehen, auch zukünftig so wenig nicht erneuerbare Ressourcen zu verbrauchen wie möglich. Da aber in unserer heutigen Gesellschaft scheinbar alles möglich ist, oder sein muss, heisst 2000 Watt Gesellschaft auch, lernen zu verzichten. Notwendige von nicht unbedingt notwendigen Bedürfnissen trennen zu lernen. Nicht alles Wünschbare ist notwendig. Wo könnte man das besser einüben als in einer Schule. Wenn man die Schule als Labor des Lernens versteht, müsste es auch möglich sein, dieseKonflikte gemeinsam aushandeln zu lernen. Der Bau, das Gebäude selbst mutiert von einem starren, von Normen stigmatisierten Korsett, in ein flexibel nutzbares Gewand. Es wird zu einem di-daktischen Werkzeug. Zu einem Musikinstrument, das von Lehrern und Schülern bespielt werden will. Das Lernmobil ist formlos, ein Gerüst eher, als ein Gebäude und hat doch Gestalt. Das Formlose wird von Träumen durchwoben, die Bilder generieren. Die sich ändernden Bilder werden zu einem Film, dem Film des Lebens.

Was stellen wir uns unter einem L E R N M O B I L vor ein didaktisches Musikinstrument, das von Lehrern und Schülern bespielt werden will. Was heute gilt muss morgen hinterfragt werden können. Eine heutige Schule muss mit einfachen Mitteln auf sich ändernde gesellschaftliche Bedürfnisse angepasst werden können. Deshalb legen wir unserem „Lernwürfel“, unserem Ruby Cube, einen drei-dimensionalen modularen Aufbau zugrunde. Eineklare Systemtrennung tragen – trennen. Ein Skelett, das eine grosse Nutzungs-, aber auch Stimmungsflexibilität ver-spricht. Eine sich ständig ändernde Erlebniswelt.

Die modulare Grundordnung durchdringt den ganzen Körper, haucht ihm seinen Geist ein. Ehemals wurden Gebäuden Mandalas, kosmologische Diagramme, oder, wie in Indien in den Shilpa Shastras, Gottheiten den Geometrien der „lay outs“ zugrunde gelegt. Auf der Suche nach Harmonie, nach Ganzheitlichkeit.


Auf der Suche nach Geschichten auch. Inhalten unseres Lebens versuchen wir, keine Bilder zu verkaufen (auch wenn dies noch so verführerisch ist), sondern Träume anzuregen.

Das neue Schulhaus Borrweg ist ein quadratisches, ungerichtetes und kompaktes Gebäude, welches umgangen werden will, keine Vorder- oder Rückseite aufweist. Das Volumen ist in einem aus dem Boden wachsenden, massiven Sockel (Doppelturnhalle, Hallenschwimmbad) und einem dreigeschossigen, auf diesem Sockel sitz- enden Schulhaus (Cluster) mit einem zentralen Lichthof konzipiert. Die Kompaktheit des Gebäudes ermöglicht es, sowohl vom Borrweg als auch vom „Rossweidli“ abzurücken. Dadurch gelingt es, den Borrweg nicht alsschmalen Strassenraum verkümmern zu lassen, sondern als eine, der Typologie des Areales folgend, fliessende Fläche. Nicht das Gebäude fliesst in Hangrichtung, sondern die die Gebäude umgebenden Freiflächen. Die Massstäblichkeit des Quartieres kann respektiert werden.

Die Setzung des quadratischen Baukörpers ermöglicht eine Neuinterpretation der Aussenräum, welche der ursprünglichen Intention der Architekten Henauer und Witschi, die Schule als Gesamtheit zu lesen, wiedernäher kommt. Das Schulhaus-areal umfliesst das neue Gebäude, dieses zoniert die Aussenräum in Zonen mit unterschiedlichen Qualitäten.

Eine Geste für das Quartier


Die gewählte städetbauliche Setzung der neuen Schule öffnet die Schulanlage zum Quartier, da der neue Schulhauskörper das Schulhausareals gegen den Borrweg nicht mehr abschliesst. Vor der Doppelturnhalle und dem Hallenschwimmbad lädt ein platzartiger Aussenraum das Quartier ein, einzutreten, ohne dass dadurch die Funktionstüchtigkeit der Pausen-, Spielflächen der Schule gestört werden.

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