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altersheim ramsen

Um- und Neubau Altersheim Ramsen

1995

Bauherr

Einwohnergemeinde Ramsen

 

Architekt

Frei & Ehrensperger Architekten, Zürich

Mitarbeit: Anette Helle

Kenndaten

Baukosten: 5.9 Mio. CHF

Nutzung: Umbau eines bestehenden Alterswohnheimes,

Anbau einer Pflegeabteilung (14 Zimmer), Speisesaal, Andachtsraum

 

Wettbewerb

1990, 1.Preis

 

Planung und Fertigstellung

1993 - 1995

Das Altersheim liegt an peripherer Lage am Dorfrand von Ramsen und bildet den Übergang zwischen bebauter und unbebauter Landschaft.

Alt- und Neubau definieren einen windgeschützten, nach Süden orientierten Hofraum. Die Erschliessng der Anlage erfolgt als interner Spazierweg um diesen Hof herum. Innen- und Aussenräume verschmelzen. Der neue Zimmertrakt ist dem Gelände folgend um ein Geschoss nach unten versetzt. Dadurch bleibt dem oberen Geschoss des Altbaus die freie Aussicht in die Landschaft erhalten. Der Neubau fügt sich massstäblich in den ländlichen Kontext ein. Der Versatz der Bauvolumen ist mit einer Hof und Gebäude durchdringenden Stützmauer akzentuiert; der Andachtsraum kennzeichnet als zweigeschossig erhöhter, ellipsoider Raum die Schnittstelle im Gebäude. Seine doppelte Funktion als Kapelle und Gelenk begründen die besondere Form.

Das Heim blieb während der gesamten Bauzeit bewohnt. Aus diesem Grunde wurde in einer ersten Etappe der Neubau des Pflegebereiches realisiert. Anschliessend konnten die Bewohner in diesen neuen Trakt umziehen und der Altbau wurde umgebaut.

 

Hauptthematik des Baues ist die sorgfältige Gestaltung von Übergängen: Sei dies der Berührungspunkt von Privatheit und Öffentlichkeit im Gebäudeinneren oder Gebäude und Landschaft am Gebäudeäusseren. So sind die Nasszellen im Neubau zwischen Zimmer und Erschliessungbereich geschobene Kuben und wie die Zimmereingänge mit einem Glasoberlicht von der Decke abgesetzt. Den Bewohnern vermittelt diese virtuelle Vergrösserung des Privatbereiches das Gefühl, Teil eines grösseren Ganzen zu sein, ohne eine ungebührliche Verletzung der Privatsphäre in Kauf nehmen zu müssen. Von jedem Punkt der Erschliessungsbereiche ist der Blick in die vertraute Landschaft möglich. Der Rhythmus der Jahreszeiten wird als vierte Fassade zu einem prägnanten Gestaltungselement des Innenraumes. Das Werden und Vergehen des Lebens ist auf eine selbstverständliche Art und Weise präsent.

Unterstützt wird dieses Gestaltungskonzept durch die Wahl der Materialien und Farben.

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