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Schulhaus Borrweg

Da in unserer heutigen Gesellschaft scheinbar alles möglich ist, oder sein muss, heisst 2000 Watt Gesellschaft auch zu lernen, zu verzichten.​Was stellen wir uns unter einem L E R N M O B I L vor? Ein didaktisches Musikinstrument, das von Lehrern und Schülern bespielt werden will. Was heute gilt muss morgen hinterfragt werden können. Eine heutige Schule muss mit einfachen Mitteln auf sich ändernde gesellschaftliche Bedürfnisse angepasst werden können. Deshalb legen wir unserem „Lernwürfel“, unserem Ruby Cube, einen dreidimensionalen, modularen Aufbau zugrunde. Eine klare Systemtrennung: tragen – trennen. Ein Skelett, das eine grosse Nutzungs-, aber auch Stimmungsflexibilität verspricht. Eine sich ständig ändernde Erlebniswelt.

 

​Das neue Schulhaus Borrweg ist ein quadratisches, ungerichtetes und kompaktes Gebäude, welches umgangen werden will und somit keine Vorder- oder Rückseite aufweist. Das Volumen ist in einem aus dem Boden wachsenden, massiven Sockel (Doppelturnhalle, Hallenschwimmbad) und einem dreigeschossigen, auf diesem Sockel sitzenden Schulhaus (Cluster) mit einem zentralen Lichthof konzipiert. Die Kompaktheit des Gebäudes ermöglicht es, sowohl vom Borrweg als auch vom „Rossweidli“ abzurücken. Dadurch gelingt es, den Borrweg nicht als schmalen Strassenraum verkümmern zu lassen, sondern als eine, der Typologie des Areales folgend, fliessende Fläche zu gestalten. 

​Die Setzung des quadratischen Baukörpers ermöglicht eine Neuinterpretation der Aussenräume, welche der ursprünglichen Intention der Architekten Henauer und Witschi, die Schule als Gesamtheit zu lesen, wieder näher kommt. Das Schulhausareal umfliesst das neue Gebäude, welches die Aussenräume in Zonen mit unterschiedlichen Qualitäten aufteilt.

 

​Eine Geste für das Quartier

Die gewählte städetbauliche Setzung der neuen Schule öffnet die Schulanlage zum Quartier, da der neue Schulhauskörper das Schulhausareal gegen den Borrweg nicht mehr abschirmt. Vor der Doppelturnhalle und dem Hallenschwimmbad lädt ein platzartiger Aussenraum das Quartier dazu ein, einzutreten, ohne dass dadurch die Funktionstüchtigkeit der Pausen- und Spielflächen der Schule gestört werden.

Projektwettbewerb 2019

Bauherr

Stadt Zürich

Generalplanerteam

Architekt: Frei & Ehrensperger Architekten

Mitarbeit: Morgane Roch