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Gegensätze - Dualität

Alles dominierend ist die Einsicht, dass es nicht recht oder falsch, keine zu verteidigenden und zu Dogmatismen neigenden Theorien, sondern ein Wirken in Abhängigkeiten mit entsprechenden Vor- und Nachteilen gibt. Diese gilt es herauszufinden und individuell zu werten. Harmonie ist nicht das Ausschalten von Gegensätzlichkeit, sondern im Gegenteil, das Akzeptieren und jeweilige Ausbalancieren. Wir versuchen deshalb Gegensätzlichkeiten nicht zu verwischen und auszuklammern, sondern diese als sich gegenseitig bedingende Notwendigkeiten zu verstehen und erlebbar zu machen.

 

Tod – Leben, Tag – Nacht, innen – aussen, klein – gross, eng – weit, Ordnung – Chaos, hell – dunkel, privat – öffentlich, usw.

sind Begriffspaare, die in unseren Gebäuden erlebt werden sollen.

 

Unsere Architektur versucht zu integrieren, nicht auszuschliessen. Paradoxerweise kann dies nur gelingen, indem man scheinbare Widersprüche nicht nur akzeptiert, sondern baulich klar akzentuiert. Wir können keine Stimmungen bauen. Stimmungen und Atmosphären entstehen nur im Spannungsfeld von Gegensätzlichkeiten, wie der Strom zwischen zwei entgegengesetzten Polen. Ohne Pole kein Strom, keine Stimmung, keine Atmosphäre.

Fotografien

Ryokan Hakkeitei, Hikone, Japan

Fotos

Lisa Ehrensperger, Roland Frei​