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Neubau Mehrzweckhalle, Rünenberg

Die Gemeinde Rünenberg hat sich dem nachhaltigen Bauen verpflichtet. Sie hat sich dazu entschlossen, ihre bestehende Mehrzweckhalle durch einen qualitativ hochstehenden Neubau in Holzbauweise zu ersetzen. Das neu erstellte Gebäude soll über die Gemeindegrenzen hinweg nutzbar sein und dabei eine hohe ökonomische Nachhaltigkeit aufweisen. 

 

Für den Abbruch gilt deshalb: So wenig wie notwendig abbrechen, so viel wie möglich erhalten. Das Sockelgeschoss der bestehenden Halle bleibt erhalten und kann umgenutzt resp. umgebaut werden. Auf diesen Sockel wird ein möglichst einfacher, modular aufgebauter, vorfabrizierter Holzbau gestellt. Die Tragkonstruktion besteht aus Holzstützen, auf welchen ein unterspannter Dachträger aus Brettschichtholz liegt, die Nebenraumschicht ist als einfaches Pultdach seitlich angedockt. Die ortsbauliche Setzung bleibt dabei scheinbar unverändert, die neue Halle fügt sich zurückhaltend selbstverständlich ein. Ein einfacher Baukörper in der traditionellen Typologie der landwirtschaftlicher Holzbauten der Region mit einem leicht geneigten, über die Fassadenebene auskragenden Satteldach. Die vertikale Holzlattung der geschlossenen Fassadenteile strukturiert die Fassaden massstäblich, das auskragende Dach schützt und beschattet die Fassaden.

 

Im Nordwesten der neuen Halle entsteht eine Terrasse. Sie dient der Halle als vorgelagerter, teilweise überdeckter Aussenbereich mit Abendsonne und eröffnet den Blick in die heimische Landschaft. Strassenseitig soll der neue Vorbereich als gemeinschaftlicher Platz neu interpretiert werden. Er ist durch zwei Sitzstufen dem Terrainverlauf entsprechend abgetreppt. Eine Baumallee beschattet die Halle. Er kann für Veranstaltungen ideal möbliert und als strassenebene Erweiterung der Halle genutzt werden.

 

Der Bühnenbereich bleibt auf dem Hallenniveau. Mit Steckpodesten kann er flexibel dem jeweiligen Anlass entsprechend gestaltet werden. Die Bühne kann nach aussen geöffnet, die Halle ebenerdig angeliefert und bespielt werden. Komplett verdunkelt wird die Halle zu einer introvertierten Schatulle. Durch die Platzierung des Foyer / Mittagstisches in der bestehenden oberen Eingangshalle auf der Schmalseite der Halle kann das Foyer in die Halle hinein geöffnet und als Zuschauerbereich genutzt werden.

Projektwettbewerb 2022

Architekten

Frei & Ehrensperger Architekten

Mitarbeit: Julian Ringler, Colin Cruse

Holzbau

Makiol Wiederkehr Ingenieure AG