1/14

Reduktion - Abstraktion

'Das Einfache ist nicht immer das Beste, aber das Beste ist immer einfach.'

Heinrich Tessenow

Reduzieren ist für uns kein künstlerisches Credo, sondern eine Lebensauffassung. Der Nomade reduziert, weil er mobil sein will. Der buddhistische Mönch reduziert, weil er auf die irdischen Werte verzichten will. Reduzieren heisst also, sich auf das jeweils Wesentliche zu beschränken; das Wesen der Dinge zu suchen. 

Grundvoraussetzung dazu ist eine präzise Auseinandersetzung mit der gestellten Aufgabe. Adolf Loos sagt dazu:

'Die Schlichtheit der Form soll aus dem Bewusstsein eines an komplizierten und lebhaften Ereignissen reichen Innenlebens hervorgehen.' In diesem Sinne bedeutet Reduktion keinesfalls den Verlust von Sinnlichkeit. Nicht alles was auf den ersten Eindruck einfach daherkommt ist auch tatsächlich einfach, sondern schlichtweg banal. Das Einfache, das Reduzierte entsteht nicht durch das blosse Weglassen. Der Prozess ist mit dem Kochen vergleichbar. Beim Reduzieren verdampft Wasser und fällt weg, wodurch ein Konzentrat entsteht. Weniger, aber dichter und intensiver. Paradoxerweise entsteht also weniger Quantität, gleichzeitig jedoch mehr Qualität. Dieser Prozess gilt auch bei der Architektur. Nur wenn durch das Weglassen eine Konzentration möglich wird und sich gegenseitige Synergien ergeben, ist die Reduktion qualitativ bereichernd. Less is more. 

Fotografien

Amarapura,

Irrawaddy Mandalay Yandabo 

Swezigon, Bagan

Burma

Fotos

Lisa Ehrensperger, Roland Frei​