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reduktion - Abstraktion

Illustration aus

Ryoanji, Kyoto, Japan

Fotos

Lisa Ehrensperger, Roland Frei

'Das Einfache ist nicht immer das Beste, aber das Beste ist immer einfach.'

Heinrich Tessenow

Reduzieren ist für uns kein künstlerisches Credo, sondern eine Lebensauffassung. Der Nomade reduziert, weil er mobil sein will. Der buddhistische Mönch reduziert, weil er auf die irdischen Werte verzichten will. Reduzieren heisst also, sich auf das jeweils Wesentliche zu beschränken; das Wesen der Dinge zu suchen. 

Grundvoraussetzung dazu ist eine präzise Auseinandersetzung mit der gestellten Aufgabe. Adolf Loos sagt dazu: 'Die Schlichtheit der Form soll aus dem Bewusstsein eines an komplizierten und lebhaften Ereignissen reichen Innenlebens hervorgehen.' In diesem Sinne bedeutet Reduktion keinesfalls den Verlust von Sinnlichkeit. Nicht alles was auf den ersten Eindruck einfach daher kommt ist auch tatsächlich einfach, sondern schlichtweg banal. Das Einfache, Reduzierte entsteht nicht durch das blosse Weglassen, der Prozess ist mit dem Kochen vergleichbar. Beim Reduzieren verdampft zwar Wasser, fällt also weg, dadurch entsteht ein Konzentrat. Weniger, aber dichter, intensiver. Paradoxerweise entsteht also weniger Quantität, gleichzeitig aber mehr Qualität. Dieser Prozess gilt auch bei der Architektur: Nur wenn durch das Weglassen eine Konzentration möglich wird, sich gegenseitige Synergien ergeben, ist Reduktion qualitativ bereichernd. Less is more. 

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