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Schulhaus Wetzwil

Der Schulbau als didaktisches Werkzeug

Wenn die Schule als Labor des Lernens verstanden werden möchte, müsste es auch möglich sein, das Schulhaus als didaktisches Werkzeug benutzen zu können. Das Gebäude selbst mutiert von einem starren, von Normen stigmatisierten, unflexiblen Korsett in ein flexibel nutzbares Gewand.

 

Transparenz - Intimität

Das Bedürfnis, sich zurückziehen zu können, ist ein grundsätzliches Bedürfnis eines jeden Menschen. Ebenso aber auch das Bedürfnis, im Freien zu sein. Der Urtypus der Schule: Das gemeinsame Sitzen und Lernen unter einem schützenden Baum.Der Erweiterungsbau soll transparent und offen in die Natur sein, unter einem Dach, unter einem Baum. Jedoch kann man diese Räume mit sekundären Massnahmen introvertieren, wenn die Lehrsituation dies erwünscht. Eine Architektur des sowohl-als-auch, nicht entweder-oder.

 

Der unbeheizte Korridor

Der Korridor soll temperiert (innerhalb des Dämmperimeters) aber nicht aktiv beheizt werden. Eine thermische Pufferschicht, in welcher die unterschiedlichen Temperaturen der Jahreszeiten körperlich erlebt werden. In einem Haus ist es nicht automatisch warm.

 

​Der Wintergarten

Zwischen dem bestehenden Primarschulhaus und dem Erweiterungsbau wird ein zweigeschossiger Wintergarten unter die Dachhaut (die in diesem Bereich unter den Latten nicht isoliert, sondern verglast wird) geschoben. Er wird gegen den Korridor verglast. Ein Raum mit einem speziellen Mikroklima, in welchem Pflanzen wachsen, welche im Freien, den Jahreszeiten ausgesetzt, nicht wachsen resp. überwintern können.

 

​Der eigene Garten

Jedem Hortraum ist im Norden ein kleiner Pflanzgarten zugeordnet. Das Verständnis von wachsen und vergehen ist ein urmenschliches Bedürfnis sowie das Erleben von Farben und Gerüchen. Das Erleben, dass aus einem selbst gepflanzten Samen eine Tomate wächst, die anders schmeckt, als diejenige, die ich im Laden kaufe. Zu kochen und direkten Zugang zu einem Gewürzbeet zu haben. Zu lernen, die Gerüche den einzelnen Kräutern zuzuordnen.

Studienauftrag 2017

Bauherr

Gemeinde Herrliberg

Generalplanerteam

Architekt: Frei & Ehrensperger Architekten, Zürich

Mitarbeit: Stavroula Tsafou

Baumanagement: ReBo Partner AG, Zürich

Bauingenieur: Dr. Lüchinger + Meyer AG, Zürich

HLKS-Planer: 3-Plan AG, Winterthur

Landschaftsarchitekt: Fabienne Kienast Weber, Rümlang

Visualisierung

Frei & Ehrensperger Architekten, Zürich